Die meisten Männer wissen nicht, wie sie im Schlaf atmen, denn es ist niemand wach, der es bemerkt. Der Morgen verrät es aber. Dieser Ratgeber beginnt mit einem Check aus fünf Fragen, den jeder beim Frühstück machen kann. Danach erklärt er die üblichen Ursachen und die sinnvollen nächsten Schritte.
Der Morgen-Check: fünf Fragen
Beantworte sie direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem ersten Kaffee. Ist dein Mund trocken oder klebt die Zunge am Gaumen? Tut der Hals weh, ohne dass eine Erkältung im Anmarsch ist? Riechst du selbst nach dem Zähneputzen aus dem Mund? Sind die Lippen rissig? Meldet sich Kopfweh oder ein benebelter Kopf, bevor der Tag überhaupt angefangen hat? Das sind die Anzeichen, die die Sleep Foundation für das Schlafen mit offenem Mund nennt. Dazu kommen Schnarchen oder geräuschvolles Atmen, unruhiger Schlaf und Müdigkeit am Tag.
Ein oder zwei davon nach einer Erkältung oder ein paar Drinks bedeuten wenig. Laut Sleep Foundation ist Mundatmung während einer Erkältung in der Regel keine große Sache. Das eigentliche Thema ist chronische Mundatmung. Wenn du an den meisten Morgen mehrere Fragen mit Ja beantwortest, steckt ein Muster dahinter, das sich anzuschauen lohnt.
Warum es passiert
Der häufigste Grund ist simpel. Die Nase lässt nicht genug Luft durch, also übernimmt der Mund. Die Sleep Foundation nennt eine verstopfte Nase durch Erkältung, Asthma oder Allergien, Nasenpolypen, eine schiefe Nasenscheidewand, die ein Nasenloch blockiert, sowie Zahnfehlstellungen, die das Schließen des Mundes erschweren. Manche schlafen auch einfach aus Gewohnheit mit offenem Mund. Die Apotheken Umschau ergänzt, dass eine durch Erkältung oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung verstopfte Nase eine typische Ursache für einen trockenen Mund in der Nacht ist. Sie schreibt außerdem, dass Schnarchen mit offenem Mund das Ganze verschlimmert.
Andere Dinge können den Mund auch ganz ohne Mundatmung austrocknen. Alkohol, Rauchen, zu wenig Flüssigkeit und manche Medikamente wie Antidepressiva und Antihistaminika stehen auf der Liste der Apotheken Umschau. Ein trockener Mund ist also ein Hinweis und kein Beweis.
Warum es sich lohnt, etwas zu ändern
Ein trockener Mund ist mehr als lästig. Speichel schützt die Zähne vor den Bakterien, die Karies verursachen. Weniger Speichel erhöht deshalb das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Pilzinfektionen im Mund. Sowohl die Apotheken Umschau als auch die Sleep Foundation führen das auf. Mundgeruch, Heiserkeit und Halsschmerzen kommen dazu.
Die Sleep Foundation schreibt außerdem, dass Mundatmung eine Schlafapnoe verschlimmern und eine CPAP-Therapie weniger wirksam machen kann. Ein Grund mehr, lautes Schnarchen, Atemaussetzer oder starke Müdigkeit am Tag nicht abzutun.
Was du tun kannst
Kümmere dich zuerst um die Ursache. Die Sleep Foundation empfiehlt, die Nase vor dem Schlafen mit einem Salzwasserspray oder einer Nasenspülung frei zu machen, einen Luftbefeuchter zu nutzen, Allergiemedikamente nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu nehmen und eine anhaltend verstopfte Nase oder eine schiefe Nasenscheidewand in einer HNO-Praxis prüfen zu lassen. Die Apotheken Umschau ergänzt praktische Grundlagen. Trink über den Tag verteilt Wasser in kleinen Schlucken, halte die Raumluft feucht, reduziere Alkohol und Kaffee, hör auf zu rauchen und pflege deine Zähne gründlich.
Auch die Schlafposition kann helfen. Laut Sleep Foundation kann es die Atemwege öffnen, auf der Seite oder leicht erhöht zu schlafen.
Wo Nasenstrips und Tape ins Bild passen
Die Sleep Foundation ist bei beidem vorsichtig. Nasenstrips können manchen Menschen helfen, die Studienergebnisse sind aber gemischt. Für Mouth Taping gibt es nur begrenzte Belege. Es kann riskant sein, wenn die Nase verstopft ist, weil es den Ersatz-Atemweg verschließt. Mouth Taping solltest du vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt abklären. Ein Strip hebt die Nasenflügel von außen an und tut nichts weiter. Er ist also eine kleine Hilfe für eine Nase, die sich eng anfühlt. Die oben genannten Ursachen behebt er nicht.
Wann du zur Ärztin oder zum Arzt gehen solltest
Die Sleep Foundation nennt klare Auslöser. Dazu gehören häufiges Aufwachen mit trockenem Mund, Halsschmerzen oder Kopfschmerzen, eine chronisch verstopfte Nase oder Probleme beim Atmen durch die Nase, lautes Schnarchen, Luftschnappen oder Atemaussetzer im Schlaf sowie anhaltende Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme. Auch Zahnprobleme wie gereiztes Zahnfleisch oder Karies zählen dazu. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Von dort geht es bei Bedarf weiter in eine HNO-Praxis, zu einer schlafmedizinischen Fachpraxis oder in die Zahnarztpraxis.
Fragen, die Männer stellen
Woran merke ich, ob ich nachts durch den Mund atme?
Der Morgen verrät es. Trockener Mund, Halsschmerzen, Mundgeruch, rissige Lippen und Kopfschmerzen beim Aufwachen sind die typischen Anzeichen.
Ist Mundatmung in der Nacht immer ein Problem?
Nein. Während einer Erkältung ist sie in der Regel keine große Sache. Das eigentliche Thema ist chronische Mundatmung.
Was ist die Ursache?
Meistens eine Nase, die nicht genug Luft durchlässt, wegen Schnupfen, Allergien, Polypen oder einer schiefen Nasenscheidewand. Bei manchen spielen Gewohnheit und die Zahnstellung eine Rolle.
Stoppen Nasenstrips die Mundatmung?
Nicht zuverlässig. Die Ergebnisse sind gemischt. Gegen die Ursache einer Verstopfung tut ein Strip nichts.
Wann sollte ich zur Ärztin oder zum Arzt gehen?
Wenn die Anzeichen oft auftreten, wenn die Nase chronisch verstopft ist oder wenn das Schnarchen mit Luftschnappen oder Atemaussetzern einhergeht.
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Das Fazit
Der Morgen zeigt, wie die Nacht war. Trockener Mund, Halsschmerzen und Mundgeruch an den meisten Morgen deuten auf Mundatmung hin. Die übliche Ursache ist eine Nase, die nicht genug Luft durchlässt. Behebe die Ursache, halte die Grundlagen ein und geh zur Ärztin oder zum Arzt, wenn die Anzeichen bleiben.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
